Retrodant.blogspot.com - die 70er - 90er Jahre im Rückblick
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Samstag, 12. Dezember 2015
Freitag, 20. November 2015
The story of the C64 in Games Vol.01 - jetzt auch bei amazon
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Donnerstag, 19. November 2015
Neuerscheinung : The Story of the C64 in Games Vol.01
Gerade (20.11.15) erschienen - unsere C64 Reviews in bildlich und textlich stark erweiterter Form als E - Book (115 Seiten). Zur Vorstellung hier klicken. Auf der Vorstellungsseite gibt es auch einen kostenlos Code für XinXii.
Sonntag, 1. November 2015
C64 Price Guide Update (1.11.2015)
1.11.2015 : Neues Update C64 Preiskatalog. Bereits 842 Einträge - viele Raritäten hinzugefügt. Zum Preiskatalog hier klicken
Dienstag, 27. Oktober 2015
C64 All Stars Vol.07 : River Raid oder Verkrampfung durch Videospiele.
River Raid – Seine Rolle in der Geschichte der Videospiele.
1984 war in der
Geschichte der Videospiele ein in mehrerer Hinsicht bemerkenswertes
Jahr. Die damals populären Heimcomputer- und Videospielsysteme wie
C64, Atari oder auch Schneider CPC hatten sich innerhalb weniger
Jahre ähnlich einer Epidemie in die Kinderzimmer dieser Republik
verbreitet. Videospiele waren zumindest bei den Heranwachsenden zu
einem Massenphänomen geworden – kaum ein damaliger Pausenhof
denkbar, wo nicht die neuesten Videospiele und Hinweise zu ihrer
Lösung ausgetauscht wurden.
Was wenige Jahre
zuvor noch eine Sache von wenigen interessierten Technikfreunden
(heute würde man diese wohl als Nerds bezeichnen) gewesen war –
der ZX81 als erster Heimcomputer im heutigen Sinne musste 1980
schließlich noch selbst zusammen gelötet werden – war spätestens
mit Erscheinen des C64 oder Atari XL eine Angelegenheit für
Jedermann. Einschalten, Spiel in den Massenspeicher eingelegt und die
Zockerei konnte sofort und ohne Vorwissen losgehen. Fast Jedermann
hatte schnell Zugang zu einem Heimcomputersystem und Jedermann wollte
im Umkehrschluss etwas von dem finanziellen Kuchen abhaben. Der quasi
über Nacht entstandene Massenmarkt wollte bedient werden –
angetrieben von einem Goldgräber Enthusiasmus begannen immer mehr
teilweise über Nacht formierte Firmen in immer schnellerer Abfolge
mit der Produktion von Computer- und Videospielen.
Wenn ein neues
soziales Feld entsteht, lässt staatliche Intervention zumeist nicht
lange auf sich Warten. Waren die Computerspiele zumindest zu Beginn
noch weitgehend sich selbst überlassen, begannen alsbald besorgte
Eltern- und Lehrerverbände vor dem verrohenden Einfluss des neuen
Mediums zu warnen. Spiele mit Gewaltelementen formen Menschen zum
laxen Umgang mit Gewalt – so die damals wie auch teilweise heute
besonders in der Tageszeitung mit den vier Buchstaben gerne
verbreitete These. Videospiele waren zu dieser Zeit noch weitgehend
ein Jugend kulturelles Phänomen ohne Lobby. Derartige Felder
benutzen staatliche Institutionen gerne zur Demonstration von
Wählerstimmen maximierender Handlungsmacht.
Am
19.12.1984 war es dann endlich soweit; mit River Raid
wurde von der BpjS (Bundesprüfstelle für jugendgefährdende
Schriften) in Deutschland das erste Computerspiel indiziert. Dieses
aus heutiger Sicht recht harmlose vertikale Ballerspiel stand damals
im Verdacht, zu physischer Verkrampfung, Ärger, Aggressivität und
sogar Kopfschmerzen zu führen (vgl. hierzu : BPjS-Aktuell Heft
2/84). Grund genug, dieses immerhin bis 2002 indizierte Spiel in der
heutigen Ausgabe der C64 All – Stars im Selbstversuch etwas genauer
vorzustellen.
River Raid – Spielprinzip.
In diesem in der Atari 2600 Version von der Firma Activision bereits 1980 veröffentlichten und 1984 für den C64 adaptierten Spiel übernimmt der Verkrampfungs geneigte Nachwuchs Wütterich die Rolle eines Kampfpiloten. Die auch damals etwas monotone Landschaft scrollt vertikal auf den Spieler zu – fortan heißt es töten oder getötet werden. Während des Fluges durch teilweise sakrisch enge Felsenlandschaften muss abgeballert werden, was nicht bei drei aus dem Bildschirm gescrollt ist. Namentlich sind dies vor allem feindliche Panzer, Helikopter, Flugzeuge, Ballone und Jets. Vor allem ist in diesem Zusammenhang eigentlich ein unnötiges Füllwort, den andere Gegner Klassen kommen in dem Spiel nicht vor. Rudimentär kommt in dem Spiel auch etwas Taktik vor. Flüge in das Feindesland bedürfen Treibstoff – und dieser nimmt natürlich stetig ab. Ratsam, also die Treibstoffanzeige im Auge zu behalten und herumliegende Treibstofftanks stetig einzusammeln.
Jedes Level ist einmal zu Ende. Diese
alte Videospielweisheit trifft auch bei River Raid zu. Hier
muss zu Ende jedes Spielabschnittes eine Brücke eingenommen werden,
wo zumeist resoluter agierende Feindformationen auf die Erlegung
warten.
River Raid – Grafische Darstellung.
Die grafische Darstellung des Spieles war bereits 1984 eher hausbacken und grafische Abwechslung ein Fremdwort. Die vertikal vorbei scrollenden Schluchten schauen auch in späteren Levels stets relativ ähnlich aus und sind stets aus nur wenigen grafischen Grundelementen zusammengesetzt. Auch an den wenigen Gegnern hat man sich alsbald sattgesehen. Diese sind grafisch recht schlicht gehalten und nur wenig animiert. Hier war auf dem C64 durchaus mehr möglich (vgl. beispielsweise Uridium oder später dann auch die Turrican Reihe). Das eigene Flugzeug bietet ebenfalls wenig Anlass zur grafischen Entzückung. Einfarbig königsblau und ohne jegliche Details erinnert es eher an eine Kinderkrizzelei mit Kugelschreiber als an ein Kampfflugzeug.
Immerhin, das Bildschirm Scrolling ist
schnell und absolut ruckelfrei programmiert. Teilweise sogar sehr
schnell , den bei hoher Fluggeschwindigkeit gerät man zugegeben in
einen kleinen Geschwindigkeitsrausch.
River Raid – Steuerung.
Gesteuert wird das Spiel in der C64
Version mit einem Joystick. Die Steuerung ist hierbei sehr einfach
und intuitiv. Die Funktion des Feuerknopfes dürfte selbst erklärend
sein. Bewegt man den Steuerknüppel nach vorne, beschleunigt das
eigene Flugzeug. Mitunter zum Erreichen des nächsten Treibstoff
Tanks auch bitter nötig. Richtig geraten, Steuerknüppel zurück
bremst die Fluggeschwindigkeit ab. Mit Links und Rechts kann man
sowohl Flugzeug als auch abgefeuerte Schüsse in die entsprechende
Richtung lenken. Nicht unwichtig, den des öfteren ist bei dem Spiel
taktisches Schießen von Nöten.
Die Steuerung ist bei River Raid gut
gelöst. Sie ist einfach zu lernen und funktional durchdacht.
River Raid – 2 Spieler Modus.
River Raid besitzt auch einen zwei
Spieler Modus. Allerdings können die Kontrahenten leider nicht
gleichzeitig zu Werke gehen. Vielmehr wird nacheinander agiert.
Sobald Spieler 1 entweder am Felsen zerschellt oder vom Feind
getroffen wurde, ist der zweite Spieler an der Reihe.
River Raid – Musikalische Untermalung.
Der C64 wurde nicht zuletzt wegen
seiner für damalige Verhältnisse sehr guten Sound Fähigkeiten (SID
Chip) zum massenhaften Erfolg. Sogar Samples kamen bereits bei vielen
Spielen zum Einsatz. In dieser Dimension ist River Raid ein
Totalausfall. Auf Hintergrundmusik wurde gänzlich verzichtet.
Lediglich beim Schießen oder Explodieren sind ein paar rudimentäre
Soundeffekte zu hören. Hier wäre deutlich mehr möglich gewesen
(vgl. beispielsweise 1943).
River Raid – Schwierigkeitsgrad.
Der Schwierigkeitsgrad des Spieles ist
als gehoben zu bezeichnen. Ungeübtere Spieler werden durch die
teilweise sehr engen Schluchten und durchaus intelligent agierenden
Gegner Formationen recht schnell relativ gefordert werden. Gerade in
höheren Levels geht der Treibstoff ebenfalls sehr schnell zur Neige.
Neue Treibstofftanks sind hier dann oft sehr spärlich gesät.
River Raid – Auf dem PC
Wer River Raid selbst einmal
ausprobieren möchte und keinen C64 mehr zu Hause herumstehen hat,
kann dies unter riverraid.org jederzeit kostenlos tun. Hier steht
neben der C64 Version auch die Atari und Spectrum Variante zum
Download bereit. Diese werden auf dem PC mit den Pfeiltasten
gesteuert. „Feuer“ wird hier mit der Leertaste ausgelöst.
River Raid – Zusammenfassende Kritik.
River Raid bekommt durchschnittliche
3 von 5 Punkte. Damals wie heute – die grob gezeichnete und
sich rasch wiederholende Grafik ist alles andere als nett
anzuschauen. Über den nicht vorhandenen Sound braucht an dieser
Stelle auch nicht weiter diskutiert werden. Und trotzdem – das
Spiel macht wegen seines flotten Scollings und der taktischen Ebene
mit den Treibstofftanks durchaus Freude. Der fordernde
Schwierigkeitsgrad tut hier sein übriges. Ehe man sich versieht,
erwischt man sich dabei, noch einen Versuch zu starten. Und dann noch
einen. Entgegen der Aussagen der Bundesprüfstelle konnte ich beim
River Raid spielen bei mir allerdings weder Kopfschmerzen noch ein
Ansteigen meiner Aggressivität feststellen. Zweites bestenfalls,
wenn ich daran denke, wie mangelhafte grafische Ausgestaltung aus
einem an sich sehr guten Spiel ein durchschnittliches werden lassen.
Oder dem Staat fast jedes Politikfeld recht ist, um Handlungsmacht zu
demonstrieren...
Dienstag, 1. September 2015
Little Computer People oder mein C64 lebt.
Little Computer People – Ein Meilenstein in der Geschichte der Computerspiele.
Little Computer People – Das Spielprinzip heißt leben.
Im herkömmlichen
Sinne ist Little Computer People kein Spiel. Hier gibt es keine
Gegner zu vernichten, Rätsel zu lösen oder ähnliches. Der Benutzer
muss sich bei dem Programm um ein kleines Männchen kümmern, welches
ein Haus bewohnt.
Dieses ist auf dem
Bildschirm zweidimensional im Querschnitt zu sehen und erinnert in
seiner Darstellung an ein virtuelles Puppenhaus. Wie im wirklichen
Leben gibt es hier mehrere funktional unterschiedliche Wohnbereiche
(Küche, Bad, Wohnzimmer etc.).
Die Steuerung
erfolgt sowohl per Joystick als auch per Tastatur. Um das
Wohlbefinden des kleinen Männchens zu gewährleisten, sind viele
Dinge zu beachten. Selbstverständlich braucht es regelmäßige und
ausreichende Nahrung. Und natürlich auch Streicheleinheiten.
Soziale Isolation führt zu Depressionen. So auch bei dem kleinen
Männchen, was hier an herunterhängenden Mundwinkeln zu erkennen
ist. In diesem Fall empfiehlt es sich, mit ihm eine Partie Karten zu
spielen. Natürlich kann man ihn auch beispielsweise darum bitten,
etwas am Piano vorzuspielen.
Oder vielleicht
doch lieber etwas Selbstobjektivierung ? Kein Problem – mit dem
Kommando „Please write a letter to me“ macht sich der kleine
Hausbewohner sofort an das Werk und bringt seine momentanen Gefühle
per Schreibmaschine zu Papier.
Die Möglichkeiten,
mit dem Männchen zu interagieren sind riesig und würden den Rahmen
dieses Artikels bei weitem sprengen. Selbstverständlich wurde bei
Little Computer People auch an einen Zeitablauf gedacht. Zu Beginn
des „Spieles“ wird der Benutzer um Eingabe von Datum und Urzeit
gebeten. Bei jedem Neustart des Programmes wird dieser dann
automatisch erhöht. Es ist daher nicht notwendig, den C64 samt
Little Computer People in Dauerbetrieb zu lassen.
Kein Little
Computer People gleicht dem anderen. Zu Beginn des Spieles werden per
Zufallsgenerator Charaktereigenschaften, Name, Kleiderstil , Haustier
ja/nein und ähnliches festgelegt. Das Haustier ist hier allerdings
in den meisten Fällen ein kleiner, sehr lieblich animierter Hund.
Little Computer People – Seine grafische Darstellung.
Die grafische
Darstellung des Spieles ist als sehr gelungen zu bezeichnen. Alle
Funktionsbereiche des Hauses sind sehr gut als solche zu erkennen und
weisen beim näheren Hinsehen eine Menge Details auf. Eine Augenweide
natürlich die Animation der Spielfigur. Wen er starken Hunger
verspürt, wird er beispielsweise speigrün im Gesicht. Oder seine
Darstellung, wenn er schlecht gelaunt ist !! Einfach göttlich !!
Little Computer People – Auf dem PC.
Wer das Spiel
einmal auf seinem PC begutachten möchte, sei auf folgendes Video
verwiesen:http://www.youtube.com/watch?v=d8JaHD16lPI.
Hier könnt ihr während einigen Minuten einem eher schlecht
gelaunten Little Computer People bei seinem Leben zusehen.
Natürlich gibt es
auch die Möglichkeit, den Genre – Klassiker kostenlos per Emulator
direkt auf dem PC Monitor zu spielen :
http://www.lemon64.com/?game_id=1525
.
Little Computer People – Zusammenfassende Würdigug.
Little Computer
People bekommt 5 von 5 möglichen Punkte. Der Programmierer David
Crane bewies vor 28 Jahren (!) großen Mut, als er eine Simulation
erschuf, welche sich von den damals -wir bewegen uns in den Tagen von
Frogger, Space Invaders und Konsorten- wie teilweise auch heute
üblichen eindimensionalen Spielen geradezu epochal unterschied und
das Element der sozialen Interaktivität gekonnt als Stilelement in
die Computerspiele einführte.
Gekonnt, da das
Ganze damals wie heute großen Spaß macht. Es ist göttlich, das
Männchen in Abhängigkeit der getätigten Befehle zu beobachten !
Man kann sich nie gänzlich sicher sein, zu welchem Ergebnis ein
Kommando tatsächlich führt. Die Zukunft ist bei diesem Programm
immer auch von den in der Vergangenheit getätigten Entscheidungen
abhängig. Immer führen mehrere Wege zum Ziel – das Programm
enthält mehr künstliche Intelligenz als viele moderne Vertreter des
Genres !
Jeder, welche Sims
und Co.in irgeiner Form für innovativ hält, sollte sich diesen
Klassiker einmal ansehen. Und dürfte danach feststellen, das die
grundsätzlichen Komponenten vor bereits fast 30 Jahren aus
buchstabiert wurden.
Sonntag, 2. August 2015
Update C64 Preiskatalog : einige Raritäten.
02.8.2015 : Neues Update C64 Preiskatalog. Viele neue Preise (einige Raritäten) online.Inzwischen über 500 Einträge. Zum Preiskatalog hier klicken
Samstag, 1. August 2015
C64 All Stars Vol.12 : Ballblazer oder die Welt wird dreidimensional.
Ballblazer : Die frühen 80er Jahre.
Die 1980er Jahre
waren über weite Strecken ein höchst zweidimensionales Jahrzehnt.
Weltpolitisch standen sich unter dem Damoklesschwert der Atombombe
und gegenseitiger Aufrüstung Osten- und Westen in zwei erstarrten
Blöcken scheinbar bis an das Ende aller Tage gegenüber und an eine
möglichen Wiedervereinigung war in der ab 1982 vom Sau Magen Freund
Kohl regierten zweigeteilten BRD – viele hatten sich an zwei durch
Mauer und Stacheldraht getrennte deutsche Staaten langsam gewöhnt –
lange nicht zu denken.
Dieses
zweidimensionale Denken spiegelte sich auch auf der Ebene der
täglichen Konsum- und Lebensstil Planung, welche im wesentlichen
entweder – oder codiert war. Entweder Sportschuhe von Adidas oder
von Puma - entweder ein Heimcomputer von Commodore oder eben von
Atari – entweder Popper oder Punk. Und so weiter, und so fort. Die
Türe zu einer typischen postmodernen mehrdimensionalen sowohl als
auch Codierung stand zwar bereits angelehnt; aufgestoßen wurde sie
aber frühestens in den 90er Jahren.
Video- und
Computerspiele spiegeln formal wie inhaltlich immer auch ihr
gesellschaftliches Entstehungsklima wieder. Diese waren bis weit in
die 80er Jahre hinein gleichfalls weitgehend zweidimensional in ihrer
Darstellung – was natürlich auch an der damaligen 8 Bit
Rechnerleistung begründet lag; jede Zahnbürste hat heutzutage eine
schnellere CPU - und linear in ihrem Spielablauf.
Spiele in rasend
schneller dreidimensionaler Darstellung – nicht zuletzt der Film
Tron hatte derartige Begehrlichkeiten damals geweckt - schienen
einem damals Heranwachsenden ähnlich (un)realistische feuchte Träume
wie der in den endlosen Stunden zwischen frühem Sendeschluss – und
ewig grüßt das Testbild - und viel zu zeitigem Schulbeginn
vorgestellte Beischlaf mit der gerade zum Superstar aufgestiegenen
Madonna. Nämlich mit der momentan zur Verfügung stehenden Hardware
nicht machbar.
Ballblazer : Star Wars, George Lucas
und seine Visionen.
Während die
Verlustierung von Madonna auch weiterhin ein unerreichbarer Traum
früh pubertärer Phantasien blieb, ließ George Lucas bereits früh
in den 80er Jahren zumindest die dreidimensionalen Videospielfreuden
teilweise Wirklichkeit werden.
Der Star Wars
Schöpfer Lucas war nämlich bereits Ende der 70er Jahre von der
damals visionären Idee besessen, seine Filme durch Einbindung von
(bewegten) Computer Grafiken realistischer wirken zu lassen. Obwohl
derartiges Unterfangen damals in Angesicht unzureichender Rechner
Kapazitäten und nur wenigen ausgebildeten Fachleuten von vielen als
unrealistische Phantasterei abgetan wurde, machte sich Mr. Star Wars
frühzeitig an die Verwirklichung seiner Lebens Vision. Hierzu
schloss er bereits 1980 mit Atari – dem erstem Hersteller,
welcher mit elektrischen Videospiel Systemen und Heimcomputern (
Atari 2600, wenig später Atari 400) quasi weltweit einen Massenmarkt
bediente - einen Kooperationsvertrag ab. Natürlich war das Leben
auch damals kein kreativer Ponyhof – primäres Ziel der
Zusammenarbeit war natürlich vor allem auch die kurzfristige
Gewinnmaximierung der beiden Konzerne. Dies versuchte man Anfangs zu
erreichen, in dem verschiedene Lucas Filme (vor allem natürlich Star
Wars) gemeinsam als Spielumsetzung für das damals in jedem
Kinderzimmer stehende Atari 2600 herausbracht werden.
Die Medien Film
und Videospiel näherten sich bereits zu dieser Zeit zum ersten Mal
vorsichtig an – dies gilt auch bezüglich der inneren - und äußeren
Aufmachung der von Lucasfilm und Atari gestalteten Spiele. Wie wir
noch sehen werden, zeichneten sich bereits die frühen Lucas Film
Spiele durch eine detailliert ausgearbeitete Hintergrundgeschichte,
dreidimensionalen Spielaufbau und Integration von filmischen
Stilelementen wie Zwischensequenzen oder der Handlung folgender Musik
aus. In den frühen 80er Jahren wahrlich innovatives Neuland. Doch
der Reihe nach.
Ballblazer : die Atari Version.
Das erste
eigenständige Spiel (also keine Versoftung eines Lucas Films) ,
welches von Lucasfilm und Atari entwickelt wurde, hieß Ballblazer
und erschien zumindest Anfangs (1984) ausschließlich für die 8
Bit Rechner von Atari . Und (noch) nicht für meinen geliebten C64 !
Obwohl die 80er
Jahre von diversen aus heutiger Sicht unverständlichen Grabenkämpfen
bezüglich Heimcomputern und deren pubertären Benutzung
überschattet waren (entweder man war Commodore Fan oder Atari
Verfechter – und zwar mit einer beachtlichen Intoleranz dem jeweils
anderen gegenüber), ließ ich es mir damals nicht nehmen, über den
Tellerrand meines Brotkasten (C64) Spiele technisch regelmäßig
hinüber zu blicken.
Und zwar mittels
meines damaligen gymnasialen Sitznachbarn – nennen wir ihn einmal
Hans - , welcher unter anderem einen Atari 800 XL samt
Diskettenlaufwerk besaß und bezüglich neuer Computerspiele immer
auf dem neuesten Stand war. Auf den allerneuesten sogar, den viele
Titel seiner reichhaltigen Software Sammlung hatten es noch nicht
einmal in die Vitrinen von Karstadt, Vobis und Konsorten geschafft.
Kriminalistisch veranlagte Leser werden es vielleicht bereits erraten
haben; Hans war ein recht professionell organisierter Raubkopierer
und verfügte dank Tauschpartner in den USA und Holland gegen eine
kleine Kopiergebühr von 5 DM / pro Diskette jederzeit über den
Stoff, welchen pubertierende Jungen damals wollten. Nämlich die
neuesten Computer Spiele !
Ballblazer : die Atari Version –
Grafik.
Als ich Hans eines
Nachmittags in seinem Bravo Poster tapezierten „ Geschäftsräumen
“ (umfunktioniertes Kinderzimmer) besuchte und dieser gerade damit
beschäftigt war, die Spiele Bestellungen für die nächste große
Pause zu kopieren, hielt dieser plötzlich mit stolzem Gesicht inne :
„ Das musst du dir reinziehen; so etwas hast du auf deinem C64 noch
nicht gesehen. Voll geil in 3 D das Spiel und noch gar nicht auf dem
Markt“. Er schob eine Diskette in das Laufwerk seines Atari 800 XL
und nach einiger Ladezeit war auf dem 8 Bit Atari ein in der Mitte
gesplitterter Bildschirm zu sehen. In beiden Fenstern bewegte sich
ein für damalige Verhältnisse recht detailliert dargestellter
Raum Gleiter in einem Affenzahn über ein dreidimensional und
ruckelfrei scrollendes Spielfeld, welches mich von seiner Darstellung
stark an ein Schachbrett erinnerte.
Ballblazer : die Atari Version –
Sound.
Die Musik, welche
sich am ehesten mit (Free)Jazz beschreiben lässt, brach völlig mit
meinen damaligen Hörgewohnheiten – besagte Madonna und ähnlicher
80er Jahre Mainstream - ; passte sich aber in nahezu perfekter Weise
den gezeigten dreidimensionalen Grafikfreuden an. Bei der Generierung
von dieser gingen die Ballblazer Macher nämlich völlig neue und
auch heute noch innovative Wege. Die Titelmusik wurde nämlich
erstmalig per Computer Algorithmus und nicht von Menschenhand
generiert. Eine vordefinierte Auswahl von Melodie Fragmenten wird
hierbei per Zufallsgenerator akustisch passend in sich passend
zusammengeführt. Unter https://www.youtube.com/watch?v=8E4nJCcG4iQ
mag sich der geneigte Leser hiervon gerne selbst einmal ein Ohr
machen.
Ballblazer : die Atari Version –
Spielprinzip.
Ich war von den
Socken und glaubte beim Betrachten des Monitors – zumal mir der
Name des Spieles selbst als regelmäßiger Happy Computer und C64er
Leser völlig unbekannt war - an ein reines Grafikdemo.
Hans belehrte mich
eines besseren: „Ne, das ist ein richtiges Spiel. So eine Art
Fußball in ferner Zukunft. Das kann man sogar gleichzeitig
gegeneinander spielen. Die obere Hälfte des Bildschirms zeigt das
Spiel aus deiner Perspektive; unten aus der deines Gegners. Wenn man
Bock hat, kann man sogar den Atari gegen sich selbst spielen lassen.
Natürlich kannst du auch gegen den Computer antreten.“.
Ballblazer : die Atari Version –
Verbreitung.
Hans wäre nicht
Hans gewesen, wenn er nicht noch etwas ausufernd – jeder
Raubkopierer war damals vor allem auf seine US Kontakte stolz -
über die Herkunft seiner Atari Offenbarung referiert hätte : „Das
Spiel haben Ami Hacker direkt per Telefonmodem von dem Rechner von
George Lucas – kennst ja, der Typ mit den Star Wars Filmen –
gezogen. Ich kenne einen über eine meiner codierten Kleinanzeigen,
der kennt einen, welcher einen Verteiler von denen persönlich kennt.
Ich habe den 3 D Spaß also fast aus erster Hand“.
Auch ohne
Internet, Fatzenbuch und Smartphones waren die damalige Cracker und
Raubkopierer lange vor Techno die erste global vernetzte
Jugendkultur. Die Kommunikation fand damals vor allem auch über
Kleinanzeigen in diversen Computerspiele Magazinen und Mailboxen
statt. Um die durchaus nicht untätigen Strafverfolgungsbehörden
(Hausdurchsuchungen waren nicht unüblich) und übereifrigen
Anwälten – Gravenreuth betrat die Bühne – keine unnötige
Angriffsfläche zu bieten, waren diese oftmals codiert und die
Korrespondenz erfolgte zumeist an eine anonyme Postlagerkarte. Der
geneigte Leser mag sich hierzu einmal einen beliebigen
Kleinanzeigenteil eines 80er Jahre Spiele Magazins – besonders der
aktuelle Software Markt – zur Hand nehmen. Viele damaligen
Anzeigen, welche lediglich aus scheinbar sinnlosen
Zahlenkombinationen bestanden, waren Such- und Verkaufsangebote von
Raubkopien. Derartige Vertriebswege führten damals dazu, das damals
viele – sehr viele - Atari Besitzer Ballblazer bereits
Monate vor der geplanten Markteinführung in ihrem Besitz hatten.
Lucasfilm verlor
darauf hin an dem Spiel erst einmal das Interesse und legte es auf
Eis. Erst 1985 fand Ballblazer dann doch noch, weltweit und für
viele der damals populären Systeme umgesetzt , den Weg in den
einschlägigen Einzelhandel. Epyx und Activision – zwei damals
recht populäre Spiele Schmieden - hatten nämlich in der
Zwischenzeit die Zeichen der Zeit erkennend zugegriffen und im ersten
Fall die Lizenz für die USA und im letzteren die für die restliche
Welt von Mr. Star Wars erstanden. Und das Spiel selbstverständlich
auch für den C64 umgesetzt.
Ballblazer : die Atari Version –
Spielprinzip die zweite.
Doch zurück zu
besagtem Nachmittag bei Hans vor 30 Jahren. Mit stolzer Brust und
ohne größere Anwandlungen von Unrecht Bewußtsein verfolgten wir im
weiteren, wie der Atari in einer rasend schnellen Partie sich selbst
schlug. Selbstmurmelnd ließen wir uns es anschießend nicht nehmen,
gegeneinander anzutreten. Also zweiten Joystick in den Atari
gestöpselt.
Die Regeln des
Spieles waren und sind relativ unmissverständlich und klar. Auf
einem 275 x 105 Meter großen Spielfeld (dem scollenden Schachbrett)
gilt es einen ca 2 Meter über dem Boden schwebenden Ball von 1 Meter
Durchmesser und 1 Tonne Gewicht in das gegnerische Tor zu befördern.
Die Tore hatten auch mit den Fußballtoren des Jahres 1985 nur wenig
gemein. Diese befinden sich bei Ballblazer nämlich auf der
schmaleren Seite des Spielfeldes und bewegen sich während des
gesamten Spieles langsam und mit konstanter Geschwindigkeit über die
kompletten 105 Meter hin und her. Wenig verwunderlich, das die
Spieler dieses Zukunftsports selbst auf moderne Technik
zurückgreifen. Sie sitzen nämlich in recht beweglichen Raumgleitern
– sogenannten Rotofoils – und versuchen, den Ball einzufangen und
in das gegnerische Tor zu bugsieren. Distanzschüsse lohnen sich bei
Ballblazer durchaus : je nach Entfernung zum Tor werden bei einem
Treffer nämlich zwischen 1 Punkt und 3 Punkten gutgeschrieben.
Allerdings werden diese im Fortlauf des Spieles immer schwieriger
erfolgreich zu platzieren – mit jedem Treffer wird das generische
Tor nämlich merklich schmaler. Ballblazer ist schnell in der
Spielgeschwindigkeit und kurz in der Dauer. Ein Spiel dauert nämlich
bestenfalls 3 Minuten. Wer nach dieser Zeit die meisten Punkte
erzielt hat , gewinnt. Außer, es gelingen ihm bereits zuvor
mindestens 10 Punkte. Dann ist er vorzeitiger Sieger.
Wenn man die Güte
eines Videospieles nach der Einfachheit seiner Regeln (je einfacher,
desto besser) beurteilen würde, wäre Ballblazer wohl ein
Jahrtausend Spiel. Auf jeglichen schnik schnak wie Abseitsregeln,
Tormänner(-gleiter) oder Schiedsrichter wurde hier komplett
verzichtet. Ein Verzicht, welchem Ballblazer aber durchaus ein
Zugewinn an Spielspaß beschert. Während bereits in den 80er Jahren
viele Sportspiele zu wahren taktischen Menü klick Orgien –
gefühlte 1000 Mal die Feuertaste des Joystick betätigt, bevor das
eigentliche Spiel überhaupt erst einmal losging - degeneriert
waren, ließ sich Ballblazer von jedermann sofort und intuitiv
spielen.
Ballblazer : die Atari Version –
Spielspaß .
So auch von meiner
Wenigkeit. Obwohl ich das Spiel damals zuvor nicht kannte, fand ich
in weniger als einer Partie – welches heutige Sportspiel kann dies
noch von sich behaupten – Zugang zu der futuristischen Fußball
Variante von Mr.Star Wars. Zweigeteilter Monitor : ein Split Screen
für Hans, der andere für mich. Jeder zeigt den logischerweise
dreidimensionalen Ausblick aus dem eigenen Gleiter. Dieser dreht sich
immer so, das er in Richtung des Balles (wenn man im Besitz von
diesem ist , natürlich in Richtung Tor) zeigt. Anfangs verursachte
diese Art der perspektivischen Darstellung zugegeben ein paar
Orientierungsprobleme. Wo verflucht bin ich gerade ? Diesbezüglich
hatte ich (auch damals ein bestenfalls durchschnittlicher
Videospieler) aber schnell den Bogen raus.
Die Steuerung des
eigenen Gleiters war auf dem Atari weitgehend intuitiv. Per
entsprechender Knüppel Bewegung ließ sich das Gefährt problemlos
und schnell nach links, rechts, vor und zurück bewegen. Sehr schnell
sogar, den die durchgeführten Joystick Bewegungen wurden sofort und
unmittelbar auf den Bildschirm umgesetzt.
Meine erste Partie
gegen Hans ging noch gnadenlos in die Hose. Hier blieb ich punktlos
und hatte mir nach weniger als 1 Minute bereits die zum vorzeitigen
Ende führenden 10 Gegenpunkte eingefangen. Im folgenden schlug ich
mich dann deutlich besser und verlor zumeist zumindest nur noch
knapp. Eine Partie konnte ich sogar – zumindest gaukelt mir dies
meine Erinnerung nach 30 Jahren so vor – knapp für mich
entscheiden.
Ballblazer : die Atari Version –
Strategie.
Dies rührte vor
allem aus der Tatsache, das ich endlich begriffen hatte, das
Ballblazer trotz seines simplen Regelwerkes eine Menge an
strategischem Potential bietet. Unerlässlich beispielsweise, den
Bildschirm des Gegners stets im Auge zu behalten ! Auch ist es bei
dem Spiel durchaus von Vorteil, zumindest die grundsätzlichen
physikalischen Gesetzmäßigkeiten verinnerlicht zu haben. Diese
finden sich bei dem futuristischen Fußballspiel nämlich in nahezu
perfekter Art und Weise modelliert. Ein gelegentlich taktisch
durchaus nicht unkluger Schuss gegen die Bande des Spielfeldes führt
nämlich rasch in die Welt des Reflexionsgesetzes (Einfallswinkel =
Ausfallwinkel) und kann bei dem Gegner durchaus für einige
Verwirrung sorgen. Auch andere Grausamkeiten aus dem von mir nicht
sonderlich geschätzten Physik Unterricht können bei Ballblazer
durchaus zum eigenen Vorteil gereichen : beispielsweise
Massenträgheit, Bremsverhalten der Gleiter , elastische Stöße –
um hier nur einige zu nennen.
Natürlich ließ
es sich Hans damals nicht nehmen, mir seine Ballblazer Künste gegen
die diversen zu Verfügung stehenden Computer Gegner zu
demonstrieren. Hiervon gibt es insgesamt 9, welche zumindest in den
höheren Stufen für einen Gelegenheitsspieler fast nicht zu schlagen
sind. Ganz nett, aber den meisten Spaß machte und macht das Spiel
selbstmurmelnd im 2 Spieler Modus. Gerade aufgrund seiner geringen
Spieldauer : 3 Minuten für ein Spiel zwischendurch fanden sich
damals eigentlich immer. Auch dann, wenn sich bei Hans die Spiele
gierige Kundschaft mit bestenfalls Flaum auf der Oberlippe die Klinke
in die Hand gab.
Ziemlich
beeindruckt von Ballblazer verließ ich damals Hans und seinen Atari
800 xl. Ein Sportspiel in rasend schnellem 3 D – keinerlei Flackern
oder ruckeln ! Dazu noch mit sehr realistischen Bewegungsabläufen
von Gleiter - und Ball. Auf meinem Bonanza Rad sitzend fragte ich
mich, ob es wohl bald auch Video Spiele geben wird, wo sich der
Spieler durch eine realistische 3 D Welt bewegen kann (diesbezüglich
sollten bis zu Ultima Underworld noch 8 Jahre in das Land ziehen).
Ohne die Frage für mich damals beantworten zu können, spürte ich,
das mit Ballblazer die Türe in eine neue (dreidimensionale)
Spielewelt weit aufgestoßen wurde. Und begab mich nach Hause zu
meinem an sich geschätzten C64 und seine Schieß- und Spring Spiele
in der zweiten Dimension.
Ballblazer : die Umsetzung auf den
C64.
Ein paar Monate
später konnte dann auch mein C64 mit dreidimensionalen Spiele Futter
gefüttert werden. Ballblazer wurde in der Zwischenzeit nämlich
endlich auch für den Brotkasten von Commodore umgesetzt und fand
dank Ostergeschenk meiner Tante den Weg als Original Spiel in mein
Jugendzimmer. Welch ungewohnt epische Spielanleitung der Verpackung
hier innewohnte ! Während die meisten mir damals bekannten
Anleitungen zumeist lediglich aus einem rudimentär kopierten A6
Zettel mit Ladeanweisungen und der grundsätzlichen Tastaturbelegung
bestanden, kam mir bei Ballblazer ein relativ dickes Heftlein
entgegen. Inhaltlich war dieses fast wie ein Roman aufgebaut. Im
Rahmen einer fiktiven Sportreportage wird der Leser hier sehr stimmig
in den Zukunft Sport Ballblazer eingeführt. Ein Spiel mit einer
ausgearbeiteten Hintergrundgeschichte; 1985 wahrlich innovatives
Neuland und eine erste Annäherung an die Medien Buch- und Film.
Natürlich
erwartete ich auf meinem C64 zumindest eine 1 zu 1 Umsetzung der bei
meinem Kumpel Hans gespielten Atari Version. Pustekuchen !! Selbst
ich als eingefleischter C64 Jünger musste zugeben, das die Grafik im
Vergleich zu der Atari XL Version einen ganzen Tick langsamer, Farben
armer und flackeriger war ! Wahrlich nicht wirklich schlecht – das
Spielfeld scrollt auch auf der C64 Version in einer annehmbaren
Geschwindigkeit. Dennoch war der Version anzumerken, das sich die
Programmierer bei der Umsetzung nur bedingt Mühe gegeben haben. Hier
stand eindeutig eine schnelle Marktbelieferung im Vordergrund; auf
dem C64 wäre eine grafisch zumindest gleichwertige Version
problemlos möglich gewesen.
Dem Spielspaß
schaden diese zugegeben kleinen grafischen Unterschiede allerdings
nicht; spielerisch entsprechen sich die Atari und die C64 Version
nämlich 1 zu 1.
Ballblazer : selbst zocken.
Wer die C64
Version von Ballblazer gerne selbst einmal erleben möchte, hat
verschiedene Möglichkeiten. Eine besonders authentische Möglichkeit
wäre natürlich der Erwerb eines C64 samt Floppy, 2 Joysticks und
Original Spiel. In Zeiten von Retro Börsen, Bucht und Fratzenbuch
mit gewissem zeitlichem Aufwand jederzeit durchaus möglich. Und im
Vergleich zu anderen 80er Jahre Spiele Klassikern (man denke hier
beispielsweise an Giana Sisters auf dem Brotkasten) finanziell
durchaus erschwinglich. Ballblazer wird nämlich von vielen Sammlern
nur am Rande wahrgenommen und kann selbst bei ebay mit etwas Geschick
für +/-10 Euro erstanden werden.
Natürlich
kann Ballblazer auch per Emulator direkt am heimischen PC gezockt
werden. Beispielsweise mit Emu64, welcher unter
http://www.pcfreunde.de/download/d17054/emu64/
kostenlos heruntergeladen werden kann. Das eigentliche Spiel findet
sich gleichfalls kostenlos unter
http://www.gamebase64.com/game.php?id=573&h=0
. Für Gelegenheitsspieler ist dies allerdings weniger zu empfehlen.
Richtig Spaß macht das Spiel nämlich vor allem im 2 Spieler Modus.
Wer an seinem PC keine zwei kompatiblen Joystick – am besten zwei
C64 Competition Pro in der USB Variante – sollte daher am besten
Abstand von derartigem Tun nehmen. Nur per Tastatur ist Ballblazer im
2er Modus nämlich unspielbar.
Wer nur schauen und nicht selbst zocken
möchte, kann dies in einem der zahlreichen bei youtube und Konsorten
angebotenen Lets Plays (beispielsweise
https://www.youtube.com/watch?v=ISXUs6kYS2Q) jederzeit und kostenfrei
tun.
Ballblazer : zusammenfassende
Würdigung.
Mit den Augen von 2015 betrachtet, ist
sicherlich einiges von dem ursprünglichen Zauber von Ballblazer
verschüttet gegangen. Der aufmerksame Betrachter mag zwar durchaus
konstatieren, das die zugrunde liegende Physik im Spielablauf
einwandfrei modelliert wurde. Auch wird er – sofern von den
technischen Restriktionen der damaligen Rechner wissend – zumindest
dem auf der Atari Version sehr schnellen Scrolling des Schachbrett
artigen Spielfeldes respektvolle Anerkennung entgegen bringen.
Allerdings hat das menschliche Auge bei der Betrachtung von
Videospielen die letzten 30 Jahre einen stetigen Steigerung Imperativ
erfahren. Die dargestellten Spiele Welten näherten sich in der
Qualität der Darstellung immer stärker der Realität an. Und
übertreffen diese vielfach inzwischen sogar ! Ein scrollendes
Schachbrett mit zwei recht abstrakt dargestellten Raumgleitern wirkt
aus dieser Perspektive ähnlich unmodern wie eine Schreibmaschine im
Vergleich zu einem modernen Tablett Computer. Allerdings wäre das
eine ohne das andere nicht vorstellbar. Mit Ballblazer nahmen alle
heutigen dreidimensionalen Spiele Freuden ihren Anfang. Hier wurde
zum ersten Mal das Tor zur Spiele Moderne der Jetztzeit weit
aufgestoßen. Dies gilt auch für die fast schon epische Anleitung,
welche fast schon an einen Roman erinnert. Mit Ballblazer wurden die
Videospiele mehrdimensional und verschmolzen die nächsten Jahrzehnte
immer stärker mit dem Medium Film. Davon abgesehen, macht Ballblazer
zumindest im 2 Spieler Modus auch 2015 noch immens viel Spaß. 5
von 5 Punkte für dieses immens wichtige Schrittmacher Spiel...
Donnerstag, 23. Juli 2015
Update C64 Preiskatalog.
23.7.2015 : Juli Update C64 Preiskatalog. Viele neue Preise online. Zum Preiskatalog hier klicken
Sonntag, 5. Juli 2015
5.7.2015 : Preiskatalog erneut erweitert
5.7.2015 : Der C64 Preiskatalog wurde wieder um viele Einträge ergänzt und enthält bereits 456 Einträge. Zum Preiskatalog hier klicken
Donnerstag, 25. Juni 2015
25.06.2015 : Update C64 Preiskatalog
Der C64 Preiskatalog wurde wieder um viele Einträge ergänzt und enthält bereits 378 Einträge. Zum Preiskatalog hier klicken
Sonntag, 31. Mai 2015
31.5.2015 : Update C64 Preiskatalog
Der C64 Preiskatalog wurde wieder um viele Einträge ergänzt und enthält bereits 342 Einträge. Zum Preiskatalog hier klicken
Sonntag, 10. Mai 2015
C64 All Stars Vol.03 : Donkey Kong oder als Mario noch den Hammer schwang.
Donkey Kong – Ein Affe erobert die Spielhallen.
In der
Videospielgeschichte kann man 1981 wohl mit recht als das Jahr des
Affen bezeichnen. Oder wahlweise auch das des späteren Klempners
Mario, welcher zu dieser Zeit noch als Zimmermann tätig war. Mario
musste in dem Spiel Donkey Kong nämlich seine Freundin Pauline aus
den Fängen eines Fässer werfenden Affen befreien. In den
Spielhallen entwickelte sich dieser Auftritt von Mario zu einem
Riesenhit – alleine in den USA wurde der Automat des Herstellers
Nintendo über 60000 Mal verkauft. Nicht verwunderlich, das in den
kommenden Monaten krampfhaft versucht wurde, die Abenteuer des
wildgewordenen Affen und seines hammerschwingeden Wiedersachers für
so ziemlich jedes damals erhältliche Heimcompter System umzusetzen.
1983 war auch der
C64 an der Reihe und Donkey Kong wurde von Atari Soft herausgegeben.
Donkey Kong – Das Spielprinzip.
Das Spielprinzip
ist relativ simpel und schnell erklärt. Der garstige Affe Donkey
Kong hat Marios Freundin entführt und hält sie hoch oben auf einem
Gerüst gefangen. Mario muss nun versuchen, das Gerüst
hochzuklettern und seinen Augenstern zu befreien. Gar nicht so
einfach, den hierbei wird er von Donkey Kong fortlaufend mit Fässern
beworfen. Nur zum Glück, das Mario zu dieser Zeit noch dem Beruf des
Zimmermanns nachging. Er ist nämlich mit einem Hammer bewaffnet,mit
welchem er die Fässer zerstören kann.
Donkey Kong – Und seine Umsetzung auf dem C64.
Auf einem C64 wird
das Spiel mit einem an Port 1 angeschlossenen Joystick gesteuert. Mit
links-und rechts läuft Mario in die entsprechende Richtung. Zum
springen ist ein Drücken des Feuerknopfes angebracht. Um sich auf
den Leitern des Gerüstes zu klettern, ist der Joystick in die
entsprechende vertikale Richtung zu bewegen.
Wer das Spiel in
der C64er Version einmal auf dem heimischen PC zocken möchte, kann
dies unter
http://www.download-full-games.com/c64/games/donkey_kong.html
kostenlos tun. Die Tastatursteuerung ist bei dem Spiel natürlich
etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit etwas Übung machbar. Wer keine
Lust zum selber spielen hat und den C64 Affen im Einsatz sehen
möchte, sei auf http://www.youtube.com/watch?v=Y1shOiA-FwY
verwiesen. Das Video zeigt einen Longplay des Genre Klassikers.
Den Hammer zum
Zertrümmern der Fässer zu benutzen, ist eine zweischneidige Sache,
da sein Einsatz zum einen Zeit in Anspruch nimmt (weniger
Bonuspunkte) und zum anderen während seines Einsatzes kein Klettern
möglich ist.
Das Spiel kann
auch zu zweit gespielt werden, wobei hier dann abwechselnd die Rolle
des Mario übernommen wird. Ein gleichzeitiges agieren ist nicht
möglich.
Grafisch gesehen
war das Spiel auch in Anbetracht der technischen Möglichkeiten des
C64 keine Augenweide. Der Affe ist zwar nett animiert. Insgesamt
wirkt er aber auch für C64 Verhältnisse etwas pixelig und
einfarbig. Hier ist man auf dem Brotkasten deutlich besseres gewöhnt.
Die Gerüste sind
zwar ansehlich gestaltet – sie wieder hohlen sich aber von Level zu
Level mit nur kleinen Modifikationen.
Die Steuerung ist
ebenfalls nur durchschnittlich gelungen, da die Kollisionsabfrage
einfach zu ungenau ist. Des öfteren, das man von einem Fass erwischt
wird, obwohl man eigentlich sicher darüber gesprungen ist.
Donkey Kong – Die C64 Version auf dem heimischen PC.
Donkey Kong – Kritik und Würdigung.
Donkey Kong
bekommt in der Atari Soft Version von 1983 4 von 5 Punkte. Das Spiel
zeigt zwar auch bereits damals kleinere Schwächen in der grafischen
Darstellung und Steuerung. Die Kollisionsabfrage funktioniert nicht
immer einwandfrei und der Level Aufbau mutet teilweise etwas
langweilig an. Allerdings macht Marios erster Auftritt auch heute
noch Spaß; immer wieder ist man versucht, seinen eigenen
Punkterekord noch etwas zu toppen.
Und was noch viel
wichtiger ist – mit Donkey Kong wurde damals ein neues Spiele Genre
geschaffen. Das der Jump and Run Spiele nämlich. In sofern war
Donkey Kong Wegbereiter für vieles kommende. Fraglich, ob es ohne
den großen kommerziellen Erfolg des Affen in den frühen 80er Jahren
zu späteren Perlen wie Mario World, Mario Kart und wie sie alle
heißen überhaupt gekommen wäre.
Mittwoch, 15. April 2015
Dienstag, 14. April 2015
C64 Price Guide 1/2015 : Top 10
C64 Price Guide 1/2015
- Preisangaben beruhen auf tatsächlich stattgefundenen Verkäufen via ebay.de. Preise beziehen sich also nur auf den deutschsprachigen Markt.
- berücksichtigt wurden Auktionen + Sofort Kauf Angebote.
- Erhebungszeitraum waren die Monate Jan. - April 2015
- sofern ein Spiel in diesem Zeitraum mehrfach verkauft wurde, habe ich den Durchschnittspreis aufgeführt.
Legende:
Medium
D = Disketten Version; T = Kassetten Version; M = Modul
Zustand
1 = sealed Spiel ist noch original verschweist und unbenutzt.
2 = Spiel in original verpacktem Zustand inkl. Anleitung und eventuellen Gimmecks in gutem , gebrauchten Zustand
3 = Original Verpackung (Karton etc) vorhanden, kann aber kleinere Gebrauchssp. haben. Anleitung kann fehlen.
4 = nur das Spiel in funktionsfähigem Zustand ohne Anleitung oder Verpackung
Sonntag, 12. April 2015
C64 – All Stars Vol. 10 : Giana Sisters oder Produkt Piraterie made in Germany
Giana Sisters auf dem C64 :
zeithistorischer Kontext.
Der
Videospielmarkt wurde in der zweiten Hälfte der 80er Jahre eindeutig
von Nintendo und seinem etwas zum Übergewicht neigenden Klempner
Mario dominiert. Das 1986 erstmals in Europa erschienene Nintendo
Entertainment System verkaufte sich vor allem daher rasch wunder
prächtig, da es im Paket mit Super Mario Brothers ausgeliefert
wurde. Hierbei handelte es sich um ein vor allem Lesern jenseits der
30. Lebensjahre wohlbekanntes zweidimensionales Jump and Run, in
welchem Pummel Mario mittels Joypad durch manigfaltige
Spielabschnitte mit vielen Extras und Geheimgängen gesteuert werden
muss. Dieser Vertriebsstrategie blieb Nintendo bis heute mit
beachtlichem Erfolg treu – so gut wie jede neue Konsole wurde
seither mit einer entsprechenden Mario Variante ausgeliefert.
Der Erfolg von
Mario auf dem 8 Bit Nintendo war damals in der Branche natürlich
nicht unbemerkt geblieben . Es zeigte sich infolge dessen recht
rasch, das bezüglich Produktpiraterie beileibe nicht immer die
stetig lächelnden Männer aus Fernost die Bösewichter sind. Time
Warp, eine damals recht unbekannte Softwareschmiede aus dem
beschaulichen Gütersloh , veröffentlichte im Jahr 1987 mit The
Great Giana Sisters auf dem selig zu sprechenden C64 –
der graue Brotkasten mit Tastatur – ein Spiel, welches deutlich
mehr als nur kleine Ähnlichkeiten mit Nintendos Vorzeigetitel
aufzuweisen hatte. Und katapultierte sich mit diesem Spiel
schlagartig in den Software Olymp.
Den trotz – oder
gerade wegen – aller zugegeben vorhandenen Abkupferei bei Mario
Brothers gelang Time Warp ein Titel , welcher auch 28 Jahre
nach Erscheinen durch seinen Level Aufbau, die eingebauten Extras und
seine Spielbarkeit zu überzeugen weiß.
Giana Sisters auf dem C64 : Story.
Die im Prinzip
nicht vorhandene Story des Spieles ist schnell erzählt. Die kleine
Giana erwacht aus einem Albtraum und findet sich in einer
geheimnisvollen Welt wieder , in welcher alle Gegenstände
zauberhaft vergrößert sind. Um aus dieser LSD Welt wieder entkommen
zu können , muss sie einen riesenhaften Diamanten finden. Wer hätte
es gedacht – dieser ist selbstmurmelnd im letzten Spielabschnitt
versteckt. Giana ist bei diesem Abenteuer nicht auf sich alleine
gestellt – zur Seite steht ihre Schwester Maria, welche just in
selbiger Alptraum Landschaft – gemeinschaftlicher LSD Konsum ? -
erwacht. Was Mario der Luigi ist Giana die Maria.
Giana Sisters auf dem C64 :
Spielablauf.
Das Spiel gliedert
sich in 33 unterschiedliche Spielabschnitte, welche sowohl an der
frischen Luft als auch in Unterwelten und Höhlen angesiedelt sind.
In beiden Fällen erwarten den Spieler auch für heutige Verhältnisse
flüssig animierte und fantasievoll gestaltete Gegner. Beim zerstören
von all diesen lieblich anzusehenden Bienen, Krokodilen und Schnecken
blutet einem fast das Herz. Aber wer die Schwestern aus ihrem
kafkaesken Traum befreien möchte , sollte keine Scheu haben, diese
durch wrestlinghaftes Platthüpfen oder gezielte Schüsse in das
Walhalla zu befördern. Einige Gegner – beispielsweise Würmer -
sind allerdings gegen dergleichen Tötung Versuche immun. Hier hilft
dann nur ein geschicktes Ausweich Manöver.
Selbstmurmelnd
wartet am Ende von einigen Spielabschnitten zum Teil riesenhafte
Endgegner (Spinnen, Saurier und andere inzwischen wohlbekannte Genre
Typen in gleichfalls lieblich animierter Gestalt). Hier ist dann
allerdings mehr Geschick und weniger Brachialgewalt in Form von
Daumen schädigendem Feuerknopf Geklopfe gefragt. Die Obermotze
müssen nämlich nicht wirklich platt gemacht werden. Es genügt,
ihnen auszuweichen und den Weg zum Level Ende zu finden. Leichter
gesagt als getan – den jedes Level muss in knappen 100 Sekunden
absolviert werden. Ein Zeitbudget, welches gerade in den höheren
Spielabschnitten doch als arg schwäbisch knausrig erscheint. Sprich
, der Schwierigkeitsgrad von Giana Sisters ist auf dem C64 recht
harsch. Definitiv kein Spiel , welches man – heutzutage ja leider
oftmals usus – schnell mal an einem Nachmittag durchspielt. Damals
wie heute – um Giana tatsächlich aus ihrem Alptraum zu erwecken –
sprich das Spiel durchzuspielen – ist einiges an Übung , Zeit und
Geduld notwendig.
Giana Sisters auf dem C64 :
Steuerung.
Gerade ein Jump
and Run Spiel lebt von der Präzession seiner Steuerung. In dieser
Dimension kann die Produktpiratie made in Germany in ganzer Linie
überzeugen. Pixelgenau lässt sich die Spielfigur durch die lieblich
gestalteten LSD Welten lenken. Gesteuert wird auf dem C64 mittels
eines an Port 2 angeschlossenen Joysticks. Ich persönlich verwende
hier bevorzugt einen Competition Pro – der große rote Knüppel mit
dem riesigen Feuerknopf - , da dieser hervorragend in der Hand liegt
und eine punktgenaue Steuerung zulässt.
Der Feuerknopf
verstaubt bei Giana Sisters nämlich keinesfalls. Die Spielfigur kann
sich nämlich durch Aufsammeln eines Extras – wer hätte es gedacht
: einer Punker Friseur – in einen eben solchen Jugendkultur
Angehörigen verwandeln. Zur Punkerin mutiert , kann Giana dann Dinge
tun, welche die bürgerliche Mittelschicht dieser Subkultur seit
Rottens Zeiten gerne zuschreibt. Nämlich (Spiel)steine zerstören.
Und sich weiter bewaffnen. Im Punker Häs kann Giana nämlich Blitze
aufsammeln. Hier erweist sich der riesige Feuerknopf eines bevorzugt
verwendeten Competition Pro als äußerst praktisch. Die Blitze –
gerade in höheren Levels , wo es von Gegnern nur so wimmelt, äußerst
hilfreich - werden nämlich durch Drücken eben dieser ausgelöst.
Giana Sisters auf dem C64 : Extras.
The Great Giana
Sisters geizt nicht an Extras. Alleine Blitze gibt es in
dreierlei Ausführung. Der Einfach Blitz ist noch relativ
moderat in seiner Wirkung, da er sich bereits beim ersten Kontakt mit
einer Begrenzung auflöst. Von den lieblich animierten Gegnern
deutlich gefürchteter ist der Doppel Blitz. Dieser wird an
Wänden und Begrenzungen nämlich reflektiert und bleibt so lange im
Spiel, bis er einen Gegner von seinem kafkaesken Dasein erlöst hat.
In der Königsklasse kommt der Blitz in Form einer Erdbeere.
Eine Art Kampfdrohne im LSD Land, welche durch Wände fliegen kann
und vollautomatisch auf den nächsten Gegner zufliegt. Allerdings ist
die durchschlagende Erdbeere mit einem klitzekleinen Nachteil
behaftet. Einige Gegner sind nämlich in der Lage, diese einmal
abgeschossen aufzufangen. Vorbei ist es dann mit der Fähigkeit , zu
schießen !!
Ansonsten wird die
mutierte Punkerin sicherlich Gefallen an sporadisch im Spiel
aufzusammelnden Bomben haben. Diese befördern nämlich
augenblicklich alle auf dem Bildschirm befindenden Gegner in das
existentialistische Nichts. Ausgelöst wird dieses bevorzugte ISIS
Spielzeug auf dem C64 durch drücken der Leertaste.
Gerade in höheren
Spielabschnitten freut sich der Adrenalin gepeitschte Spieler zumeist
sehr, wenn er einen Wecker findet. Dieser hält nämlich für
einige kurze Augenblicke die unbarmherzig gegen Null tickende Zeit
an.
Sehr nützlich
sind auch die gelegentlich zu findenden Wassertropfen. Diese
aufgesammelt, ist Giana nämlich gegen Feuer immun !! Sehr hilfreich,
den in einigen Spielabschnitten lodert und brennt es förmlich aus
allen Rohren !!
Zu Spielbeginn
stehen Giana 3 Leben zur Verfügung, welche bei dem harschen
Schwierigkeitsgrad natürlich schnell verbraten sind. Abhilfe schafft
hier das Aufsammeln von Karies verheißenden Lutschern, welche
zu einem Extra Leben verhelfen.
Die
unterschiedlichen Extras sind sehr durchdacht und Motivation
steigernd in das Spiel eingestreut. Nie zu wenig, um den Spieler
gefrustet verzweifeln zu lassen. Irgendwo kommt immer ein Blitzlein
her. Allerdings aber auch in keinem Spielabschnitt zu geballt, als
das sich der Spieler dauerhaft unbesiegbar und somit unterfordert
fühlen könnte.
Giana Sisters auf dem C64 : Level
Design.
Dies lässt sich
auch bezüglich des Level Design feststellen. Die 33 Spielabschnitte
sind durchdacht und abwechslungsreich gestaltet. Keine Welt gleicht
der anderen. An allen Ecken lauern neue, bislang unbekannte Gegner.
Gegner, welche sich zumindest für damalige Verhältnisse beachtlich
intelligent und zumeist ausgezeichnet animiert über den Bildschirm
bewegen.
In einigen
Spielabschnitten sind sogenannte Warp Punkte versteckt. Sofern der
Spieler einen von diesen gefunden hat, kann er sich augenblicklich in
einen höheren Spielabschnitt beamen. Heutzutage ein Spielelement,
welches in einer Vielzahl von Jump and Run Spielen vorzufinden ist.
1987 war derartiges allerdings noch weitgehend innovatives Neuland.
Zwar innovativ,
aber wie auch teilweise die Level Gestaltung hemmungslos von dem
Nintendo Klassiker Super Mario Brothers auf dem Nintendo NES geklaut.
Das erste Level von Giana Sisters gleicht im Aufbau dem ersten Mario
Spielabschnitt fast 1 zu 1. Frappierende Ähnlichkeiten lassen sich
auch in höheren Spielabschnitten feststellen. Warp Punkte finden
sich auch in der Welt von Mario. Nintendo ging diese technisch
perfekte Abkupferei damals gewaltig auf den Sushi. Hierauf werde ich
allerdings in einem späteren Abschnitt noch gesondert eingehen, da
derartig perfektes Kopieren – der bessere Mario ist eine Frau und
kommt aus Gütersloh - natürlich nicht ohne Folgen für Time Warp
und den Vertrieb ihres Spieles blieb.
Trotz oder gerade
wegen dieser unbestreitbar stattgefundenen Gutenbergerei bei dem
Ninendo Klassiker : das Level Design ist herausfordernd,
abwechslungsreich und durchdacht. Attribute, welche durchaus in
unseren ach so modernen Zeiten bei vielen Spielen nicht
selbstverständlich sind.
Giana Sisters auf dem C64 : Grafik.
Die Grafik
ist klassisch zwei dimensional dargestellt und scrollt auf dem C64
absolut ruckelfrei in beachtlichem Tempo von links nach rechts.
Selbstmurmelnd , das die Scroll Geschwindigkeit hierbei proportional
zu Gianas Laufgeschwindigkeit ist. Als ich 1987 Giana Sisters zum
ersten Mal auf meinem C64 bewundern durfte, war ich schlicht von den
Socken !! Eine Vielzahl von bunten und fantasievoll gezeichneten
Spielfiguren, welche sauberst animiert absolut ruckelfrei über den
seligen 1084 Monitor huschten. In den letzten 28 Jahren haben sich
unsere medialen Sehgewohnheiten allerdings radikalst gewandelt. Die
Abbildung der Realität nähert sich immer stärker der Realität
selbst an. Vielfach übertrifft sie diese sogar an dargestellter
Detailtreue. Computerspiele der neueren Generation erscheinen
teilweise fast wirklicher als die Wirklichkeit. Unter dieser Prämisse
wirkt die Grafik von Gians Sisters heutzutage natürlich etwas
antiquiert und wird einen heute 10. jährigen kaum von seiner Ritalin
Flasche locken können. Bedenkt man aber die technischen
Restriktionen des C64 – 64 KB Hauptspeicher jede Küchenwaage hat
heutzutage mehr Speicherkapazität – und das Alter des Spieles –
viele Leser dieser Zeilen dürften jünger sein – ist die von
Manfred Trenz Grafik als hervorragend zu bezeichnen.
Giana Sisters auf dem C64 : Musik
und Soundeffekte.
Für
Musik und
Soundeffekte zeichnete
sich Chris Hülsbeck verantwortlich. Die
Sounduntermalung klingt auch nach 28 Jahren herzallerliebst und passt
sich perfekt dem gerade stattfindenden Spielgeschehen an. In Höhlen
oder Unterwelten klingt das Ganze eher dunkel und geheimnisvoll.
Umgekehrtes in den Außenlevels. Fast jeder Gegner hat ein eigenes
akustisches Erkennungszeichen, welches sich perfekt seiner
Außendarstellung anpasst. In der Summe der Dinge hat der Soundmagier
Hülsbeck hier mehr als die akustische Untermalung eines Computer
Spieles geschaffen. Spielablauf, Grafik und Sound bilden bei
Giana Sisters eine integrale Symbiose. Der Sound dient hier analog
zum Medium Film dem inszenierten Spannungsaufbau. Und ist auch heute
noch als sehr eingängiger Ohrwurm zu bezeichnen. Der geneigte Leser
mag zur Untermauerung dieser These bei einer der einschlägigen Video
Plattformen Giana Sisters und Sound eingeben. Auch für heutige
Verhältnisse – perfekt komponierte elektronische Musik.
Giana Sisters auf dem C64 : Ärger
mit Nintendo.
Wie bereits erwähnt, war Nintendo von
der ohne Frage stattgefundenen Abkupferei von Trenz und Konsorten
merklich angesushit. Ob es damals wirklich zu einem gerichtlichen
Verfahren zwischen Nintendo und Time Warp gekommen war, lässt sich
heutzutage nicht mehr eindeutig nachvollziehen. Fakt ist allerdings,
das Time Warp schnell sehr kalte Füße bekam. Quasi über Nacht
wurde das Spiel sowohl in der C64 Version als der gerade
fertiggestellten Amiga Version aus dem Handel zurückgezogen. Dies
konnte der Verbreitung des Spieles damals dennoch nicht verhindern.
Als Raubkopie verbreitete es sich auch in vor Internet Zeiten gleich
einem Virus rasend schnell in die Kinderzimmer Europas. Wer damals
Giana Sisters im Original ergattern konnte – wenn ich mich recht
erinnere für 29,80 Mark ! In der Kassetten Version – kann sich
heute glücklich schätzen. Aufgrund seiner kurzen Verkaufsdauer ist
das (Original)Spiel längst zu einem begehrten Sammlerstück
geworden. Preise jenseits der 300 Euro sind auf dem
Sammlermarkt eher Regel als Ausnahme. Noch teurer ist die Amiga
Version, welche nur sehr kurz im Handel erhältlich war. Hier sind
Preise nahe der 1000 Euro Grenze keine Seltenheit.
Giana Sisters auf dem C64 : auf dem
heimischen PC:
Wer sich das Spiel in der C64 Version
selbst einmal zu Gemüte führen möchte, braucht natürlich nicht
derart tief in die Tasche greifen. In der passiven Variante besteht
die Möglichkeit, zu einem der zahlreichen Youtube Videos –
Neudeutsch Lets play - zu greifen und andere beim Giana Sisters
zocken zu beobachten. Hier beraubt man sich aber einer Menge
Spielspaß. Spielspaß, welchen man unter Zuhilfenahme eines C64
Emulators (ein derartiges Programm emuliert auf dem heimischen PC
einen C64) zu Hauf präsentiert bekommt. Beispielsweise Emu64,
welcher unter http://www.pcfreunde.de/download/d17054/emu64/
kostenlos heruntergeladen werden kann. Das eigentliche C64 Spiel
findet sich unter
http://www.pcfreunde.de/download/d2128/giana-sisters-c64-emulator/
- gleichfalls selbstmurmelnd kostenlos. Um das Spiel dann allerdings
sinnvoll auf dem PC zocken zu können, ist die Anschaffung eines
Joystick – für ein paar wenige Euro ist ein C64 Competition Pro
in einer USB Variante erhältlich - durchaus sinnvoll.
Daneben existiert Giana Sisters auch in
einer nett gestalteten Flash Variante, welche unter
http://www.gamesbasis.com/giana-sisters.html
direkt online gespielt werden kann. Gesteuert wird hier allerdings
etwas gewöhnungsbedürftig über die Tastatur. Kein einfaches
Unterfangen bei einem Jump and Run mit derart harschem
Schwierigkeitsgrad.
Giana Sisters auf dem C64 :
Weiterentwicklung.
Während
die allermeisten Computer Spiele bereits einige Wochen nach
Erscheinen angestaubt in den Regalen verenden und keine weitere
Beachtung mehr erfahren, erfährt Giana Sisters auch fast 30 Jahre
nach Erscheinen eine beachtliche Rezeption in Fankreisen. So
erschien bereits 2011 eine Version für Mobiltelefone. Als
Kickstarter Projekt wurden dann 2012 in sehr kurzer Zeit sehr
erfolgreich Investoren für einen Nachfolgetitel gesucht. Dieser
erschien dann auch Ostern 2013 unter dem Titel Giana Sisters:
Twisted Dreams für
fast alle gängigen Systeme. Groteske der Videospielgeschichte -
unter anderem auch für Nintendos Wii U.
Dieser
Kurs zeichnete sich bei Nintendo bereits einige Jahre zuvor ab.
Bereits 2009 erschien Giana Sisters für das Nintendo DS. Wenn es
Nintendo in den 80er Jahren schon nicht gelungen ist, den weiblichen
Mario Klon erfolgreich aus den Köpfen der Spieler zu verbannen, dann
nimmt man ihn 20 Jahre später einfach in das eigene Produkt
Portfolio auf. Japanische Wirtschaftsphilosophie für
Fortgeschrittene.
Giana
Sisters auf dem C64 : zusamenfassende Kritik.
Giana
Sisters ist
ein zeitloser Klassiker, welcher auch 28 Jahre nach Erscheinen nichts
an Spielspaß eingebüßt hat. Wenn gleich die grafische Darbietung
aus heutiger Sicht etwas antiquiert erscheinen mag, kann das Spiel
aufgrund seiner Spieltiefe, exakten Steuerung, manigfaltiger Extras
und mehr als gelungener musikalischer Untermalung immer noch mehr als
überzeugen. Produktpiraterie von seiner besten Seite, den in diesem
Fall ist die Kopie tatsächlich fast besser als das Original.
Natürlich 5 von 5
Punkte und als Original Spiel eine nicht zu verachtenswerte
Kapitalanlage...
Dienstag, 10. März 2015
C64 All Stars Vol.01 : Pole Position oder das erste 3 D Rennspiel.
Pole Position – 1982 ein
technischer Quantensprung.
1982 war ein recht
ereignisreiches Jahr. Politisch gesehen war die Ära des ketten
rauchenden Bundeskanzlers endgültig vorbei – die langen Jahre der
pfälzischen Saumagen Gemütlichkeit begannen. In der Populärmusik
dominierten die Wiederholungen der Wiederholungen der neuen deutschen
Welle. Langsam hielt in den bundesdeutschen Haushalten der
Heimcomputer Einzug. C64, ZX Spectrum, Atari XL waren damals Systeme,
welche sich trotz ihrer Anfangs gesalzenen Preise massenhaft
verkauften.
In den Spielhallen
dominierten damals Arcadespiele, in welchen es weniger auf Glück als
mehr auf Können ankam. Einer dieser Automaten war Pole Position des
Herstellers Namco,welcher sich bereits für die Entwicklung des
Jahrtausend Klassikers Pac Man verantwortlich zeigte.
Pole Position,
eine Autorennsimulation, betrat damals sowohl technisch als auch
bezüglich der enthaltenen Werbung Neuland.
Technisch,da hier
zum ersten Mal in der Videospielgeschichte eine realistische 3D
Perspektive gewählt wurde. Es gab zwei verschiedene
Automatenversionen . Ein Stand - Alone Gerät, vor welches man sich
zum Spielen hinsetzen musste. Und eine verschärfte Version, in
welche man sich wie in einen Formel 1 Boliden hineinsetzen konnte.
Zwar gab es bei diesem Automaten noch keine Hydraulik – diese hatte
erst Out Run ein paar Jahre später zu bieten -, wohl aber bereits
ein Bremspedal. Pole Position entwickelte sich Anfang der 80er Jahre
zu einem prächtigen Erfolg und wurde 1983 mit dem Titel „Arcade
game of the year“ ausgezeichnet.
Das Spiel war das
Erste, welches Werbung im Spiel enthielt. Am Straßenrand tauchen
hier immer wieder Werbetafeln auf, die Informationen zu tatsächlich
existenten Firmen und Produkten enthalten. Pole Position war
sozusagen das Eintracht Braunschweig in der Videospielgeschichte.
Pole Position – Spielerisch kein
Quantensprung.
Spielerisch
bot der Automat nichts wirklich besonderes. Pole Position
beteht aus einer einzigen Strecke, dem Fuji Speedway in Japan. Um
hier am Hauptrennen teilnehmen zu dürfen, muss der Spieler zuerst
die Qualifizierungsrunde in einer bestimmten Zeit schaffen. Das zu
steuernde Auto besitzt genau zwei Gänge (Low und High) – wird hier
nicht rechtzeitig geschaltet, kann die Qualifizierungsrunde leicht
zum nie endenden Alptraum werden. Ab und zu tauchen Hindernisse wie
Ölpfützen auf der Strecke auf, welchen der Spieler ausweichen muss.
Für jeden Streckenabschnitt hat der Spieler nur eine bestimmte Zeit
zur Verfügung. Schafft er es nicht rechtzeitig, zu dem nächsten
Streckenposten zu kommen, ist das Spiel vorzeitig zu Ende.
Pole Position – „3 D“
Spektakel auf dem Brotkasten von Commodore.
Pole Position wurde damals für alle
gängigen Heimcomputer-und Konsolensysteme konvertiert. Die C64
Version kam 1984 heraus. Hier sind zwar alle wesentlichen Elemente
des Automaten enthalten; allerdings natürlich in einer arg
abgespeckten Version.
Strecke und Autos sind hier grafisch
sehr spartanisch gehalten. Abwechslung ist Fehlanzeige; Asphalt,
Wiese, Ölflecken und Werbetafeln -auch in der 64er Version ist
Fremdwerbung zu sehen- wiederholen sich hier in einer
lindenstrassenhaften Regelmäßigkeit. Trotz aller technischen
Restriktionen des 8 Bit Commodores sind die enthaltenen
Grafikelemente sehr lieblos und mit wenigen Details behaftet
ausgearbeitet. Das grafisch auch auf dem C64 mehr möglich ist,
zeigen Genreklassiker wie Buggy Boy oder Pitstop 2.
Das 3D Scrolling, welches im rechten
Licht betrachtet eigentlich gar keines ist, da hier nur Spites
geschickt vergrößert werden, kommt schnell und ruckelfrei zur
Geltung. Der Spieler bekommt hier tatsächlich einen Eindruck von
Fahrgeschwindigkeit und Formel 1.
Spielerisch macht Pole Position daher
trotz seiner grafischen Einfachheit kurzfristig durchaus Spaß.Immer
wieder ertappt man sich, noch einmal eine Runde zu spielen. Der
eigene Rekord muss ja schließlich noch einmal übertroffen werden.
Pole Position in der C64 Version auf
dem heimischen PC.
Wer Pole Position in der C64 Version
auf dem heimischen PC probezocken möchte,kann dies unter
http://www.lemon64.com/?game_id=1964
gerne kostenlos tun. Auf dieser Seite finden sich noch sehr viele
andere 8 Bit Klassiker zum kostenfreien Dowenload.
Pole Position auf dem C64 –
Versuch einer Kritik.
Pole Position bekommt wohlwollende 4
von 5 Punkte. Auch für C64 Verhältnisse ist das Spiel nicht gerade
ein Höhepunkt hoher Grafikkunst. Der Streckenaufbau ist recht
langweilig, das zu steuernde Auto nur mit Mühe als Formel 1 Bolide
zu erkennen. Trotz aller Schlichtheit spielt sich das Rennspiel
allerdings recht gut, was natürlich auch an seinem flüssigen
Pseudo-Scrolling liegt. Dies war damals technisches Neuland – und
gerade durch diesen technischen Innovationsschritt hat der betagte
Formel 1 Klassiker auf jeden Fall ein „gut“ verdient.
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